Die UN-Dekade für Menschen Afrikanischer Herkunft

Menschen afrikanischer Herkunft, afrodiasporische und Schwarze Menschen verbinden unter anderem Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen. Nichtdiskriminierung und Gleichheit vor dem Gesetz sind jedoch Grundprinzipien der internationalen Menschenrechtsnormen und bilden die Grundlage geltender Allgemeiner Menschenrechtserklärungen. Die Internationale Dekade für Menschen Afrikanischer Herkunft wurde für die Jahre 2015-2024 von den Vereinten Nationen ausgerufen.  Hauptziel der Dekade ist die Förderung der Achtung, des Schutzes und der Verwirklichung aller Menschenrechte und Grundfreiheiten von Menschen afrikanischer Herkunft.
2017 besuchte eine im Rahmen der Dekade beauftragte Delegation Deutschland, um sich ein Bild von der Situation Schwarzer Menschen vor Ort zu machen. Die Delegation verzeichnete starke strukturelle (gruppenbezogene) Diskriminierungsverhältnisse gegenüber Schwarzen Menschen. Gleichzeitig stellen Schwarze Menschen gesellschaftlich eine unsichtbare Gruppe dar. Die Delegation betonte den akuten Bedarf an Dokumentation und Analyse zur menschenrechtlichen Situation Schwarzer Menschen in Deutschland. Dies wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach aus menschenrechtlicher Perspektive unterstrichen (vgl. z.B. CERD General Recommendation No 34 Para 3).

Vor diesem Hintergrund versteht EOTO e.V. das Motto der Internationalen UN-Dekade „Menschen afrikanischer Abstammung: Anerkennung, Gerechtigkeit und Entwicklung“ als Anstrengung, Menschen afrikanischer Herkunft Zugang zu Unterstützungsangeboten zur Bewältigung der Hürden, Benachteiligungen und Ausschlüsse zu verschaffen; durch die Dokumentation und Archivierung von Wissen zu Anti Schwarzem Rassismus Wege zu finden, wie sich Menschen afrikanischer Herkunft gegen Rassismus und Diskriminierung schützen können.
Die Dekade bietet das politische Fenster, in dem Antidiskriminierungsprojekte wie EACH ONE Antidiskriminierung zum Schutz und Empowerment von Schwarzen Menschen verstärkt Berücksichtigung finden und in die Tat umgesetzt werden. Der Blick auf die Situation Schwarzer Menschen in Berlin wurde im Koalitionsvertrag explizit festgehalten und durch Programme der bei der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung angesiedelten Landesantidiskriminierungsstelle (LADS) konkretisiert. In diesem Rahmen wurde etwa der von Generation Adefra durchgeführte Community-Konsultationsprozess zu den Bedarfen Schwarzer Menschen in Berlin in Auftrag gegeben. 
Das Projekt EACH ONE, das Menschen afrikanischer Herkunft bei Fällen Anti-Schwarzen Rassismus und struktureller Diskriminierung unterstützt und das Monitoring Anti-Schwarzen Rassismus in Berlin durchführt, widmet sich den Zielen der UN-Dekade für Menschen Afrikanischer Herkunft und versteht sich somit als Teil ihrer Umsetzung.